Beim ersten Satz denkst du kurz nach, danach nicht mehr: enjoy, avoid, mind, finish, suggest, im, at, by – nach diesen Verben und nach jeder Präposition steht das Gerund auf -ing. Nach want, decide, hope, offer, promise und would like steht der to-Infinitiv. Diese Zuordnung lässt sich nicht herleiten, angelsächsische Sprachlogik hat hier einfach zweimal anders gewürfelt – man lernt sie als feste Paare.
Für Deutsche gibt es noch eine zweite Ebene: Das Deutsche kennt im Grunde nur eine Anschlussform, das „zu“ („Er verspricht zu kommen“, „Er schlägt vor zu gehen“) – das Englische entscheidet an jeder Stelle neu zwischen -ing und to. Und bei stop, remember, forget, try und regret wechselt sogar die Bedeutung, wenn du die Form wechselst: stop smoking heißt aufhören zu rauchen, stop to smoke anhalten, um zu rauchen. Die 25 Übungen unten trainieren alle drei Ebenen, jede Antwort wird sofort korrigiert.
Quiz: Gerund oder Infinitiv? — 25 Sätze
Die Grundidee: Verben stehen in zwei festen Lagern
Manche englischen Verben ziehen nach sich das Gerund auf -ing, andere den to-Infinitiv – und welche Gruppe ein Verb bildet, ist nicht logisch ableitbar, sondern muss als festes Paar gelernt werden. Die gute Nachricht: Die wichtigsten Mitglieder beider Lager sind überschaubar und tauchen in jeder Klassenarbeit auf.
Wenn die Form die Bedeutung kippt: stop, remember, forget, try, regret
Bei fünf Verben ist die Wahl nicht nur Grammatik, sondern Inhalt. Die -ing-Form blickt auf etwas, das schon passiert ist oder läuft; die to-Form zeigt nach vorn auf etwas, das noch getan, getestet oder erreicht werden soll.
Zweckangaben und Subjekte: die zwei deutschen Sonderfälle
Hier tappen Deutsche zweimal in dieselbe Falle: Erstens der Zweck. „Sie lernt Englisch, um in London zu arbeiten“ – das „um … zu“ und das „zum Englischlernen“ sehen aus wie eine for-Konstruktion, sind aber keine: Zweck ist im Englischen immer to-Infinitiv (to work, to learn), niemals for + -ing. for learning English ist ein deutscher Import, kein Englisch.
Zweitens das Subjekt. Was im Deutschen ein nominalisierter Infinitiv ist („Rauchen ist ungesund“, „Täglich üben hilft“), wird im Englischen zum Gerund: Smoking is unhealthy, practising every day helps. Der to-Infinitiv als Subjekt (To err is human) klingt dagegen wie ein Sprichwort aus dem 19. Jahrhundert – korrekt, aber steif.
Die Endlosschleife: look forward to hearing
Widerspruch? Nein. In look forward to ist das to keine Infinitiv-Partikel, sondern Teil der Präposition to – man freut sich „auf“ etwas, und nach Präpositionen steht -ing. Deshalb heißt der E-Mail-Abschluss We are looking forward to hearing from you, nicht „to hear from you“. Zu hören bekommt man das auch in anderen Sätzen: I'm used to waking up early, She confesses to being wrong.
Der Trick zum Hinhören: Wenn du nach dem to ein Nomen einsetzen könntest (I look forward to your reply), ist es eine Präposition – dann folgt zwingend -ing.
Warum Deutsche hier besonders oft daneben liegen
Das Deutsche hat für beide englischen Anschlüsse im Grunde ein einziges Mittel: das „zu“. Ob versprechen, beschließen, vermeiden oder vorschlagen – immer „zu + Infinitiv“. Dein Sprachgefühl hat also nie gelernt, an dieser Stelle zu unterscheiden, und nach zwanzig deutschen Jahren „zu“ greifst du automatisch zu to (oder umgekehrt zum -ing, wenn du irgendwo aufgeschnappt hast, dass -ing „moderner“ klingt). Dazu kommt die Nominalisierung („beim Lesen“, „zum Englischlernen“), die es im Englischen so nicht gibt.
Trainieren lässt sich das nur über schnelle Entscheidungen mit sofortiger Rückmeldung – die 25 Übungen oben sind genau dafür gebaut. Danach: eigene E-Mails und Aufsätze durch PromGees kostenlosen Grammatik-Prüfer schicken, der jede enjoy-to- und suggest-ing-Sünde markiert und auf Deutsch erklärt.
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob im Englischen -ing oder der to-Infinitiv folgt?
Meistens gar nicht logisch – die Anschlussform ist je Verb festgelegt und wird als Paar gelernt: enjoy doing, want to do, suggest doing, promise to do. Sicher vorhersagen kannst du nur zwei Fälle: Nach Präpositionen (in, at, of, about, by) steht immer -ing, und Zweckangaben stehen immer im to-Infinitiv.
Was ist der Unterschied zwischen „stop smoking“ und „stop to smoke“?
Stop smoking bedeutet, mit dem Rauchen aufzuhören – das -ing blickt auf die beendete Gewohnheit. Stop to smoke bedeutet, mit etwas anzuhalten, um eine Zigarette zu rauchen – der to-Infinitiv nennt den Zweck der Unterbrechung. Dasselbe Muster gilt bei remember, forget, try und regret: -ing = Rückblick, to = nach vorn gerichtet.
Warum heißt es „I look forward to hearing from you“ und nicht „to hear“?
Weil das to in look forward to eine Präposition ist („sich freuen auf“), keine Infinitiv-Partikel. Nach Präpositionen steht im Englischen ausnahmslos das Gerund: to hearing. Test: Wenn du ein Nomen einsetzen kannst (I look forward to your reply), ist to eine Präposition – dann folgt -ing.
Regellisten verblassen, Korrektur bleibt. Füge eine E-Mail oder einen Aufsatz in PromGees kostenlosen Grammatik-Prüfer ein – er markiert jedes „enjoy to“ und „for learning“ und erklärt den Fehler auf Deutsch.
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