Wortschatz & Wortverbindungen

Make oder Do? Der klare Unterschied im Englischen

„Make a decision“ oder „do a decision“? „Do homework“ oder „make homework“? Im Deutschen übersetzt man beides oft mit demselben Verb: machen. Genau deshalb fällt die Wahl zwischen make und do deutschen Muttersprachlern so schwer. Dieser Leitfaden erklärt die Grundregel, die wichtigsten Wortverbindungen und die Ausnahmen – mit Eselsbrücken, die aus der Unsicherheit eine Routineentscheidung machen. Am Ende dieses Leitfadens hast du eine klare Antwort auf die Frage „Make oder Do?“ – und du musst nie wieder raten.

9 Min. Lesezeit
1.600 Wörter

Make oder Do? Check

Wählen Sie das richtige englische Verb – make oder do.

1. Welches Verb passt? „I need to ___ a decision by Friday.“

2. Welches Verb passt? „Let me ___ the dishes tonight.“

3. Welches Verb passt? „He ___ a mistake in his email.“

Die Grundregel: Make erschafft, Do führt aus

Make bedeutet, etwas Neues zu erschaffen, herzustellen oder zu konstruieren – das Ergebnis ist ein Produkt, das vorher nicht existierte. Do bedeutet, eine Tätigkeit, Aufgabe oder Arbeit auszuführen, die bereits besteht. Entsteht etwas Neues, heißt es make. Führst du eine Handlung aus, heißt es do.

Make = erschaffen

• She made a cake.

• He made a suggestion.

• They made a plan.

Do = ausführen

• She did her homework.

• He did the dishes.

• They did their best.

Dieselbe Logik erklärt, warum es make dinner heißt (das Abendessen wird erschaffen), aber do the cooking (die Tätigkeit des Kochens wird ausgeführt) – und warum make a mistake (der Fehler entsteht) mit do something wrong (eine Handlung) gepaart ist. Kannst du das Objekt als Ergebnis anfassen oder auf es zeigen, brauchst du fast immer make.

Falle für Deutsche: Im Deutschen übernimmt „machen“ beide Rollen – „einen Kuchen machen“ und „Hausaufgaben machen“. Deshalb sagen viele Deutsche im Englischen „make homework“. Dahinter steckt aber eine Tätigkeit, also heißt es do homework.

Typische Wortverbindungen mit MAKE

Make wird mit Nomen verwendet, die ein Ergebnis, eine Entscheidung, einen Plan oder eine Kreation darstellen. Genau diese festen Kombinationen fallen Muttersprachlern und Prüfern zuerst auf:

make a decision · make a mistake · make a plan · make a choice · make a suggestion · make an effort · make money · make a call · make an appointment · make friends · make a promise · make progress · make sense · make a difference · make dinner · make a list

Auffällig: Jedes Nomen in dieser Liste ist ein Ergebnis, das entsteht – eine Entscheidung entsteht, Fortschritt entsteht, ein Unterschied entsteht. Wenn du dir das Ergebnis bildlich vorstellst, ist make das Verb, das das Bild vervollständigt.

Typische Wortverbindungen mit DO

Do wird mit Tätigkeiten, Arbeit, Haushaltsaufgaben und allgemeinen Aufgaben verwendet. Wenn du nicht auf ein erschaffenes Ding zeigen kannst – sondern nur auf eine ausgeführte Handlung –, ist do richtig:

do homework · do business · do the dishes · do the laundry · do your best · do your hair · do a favor · do research · do exercise · do the shopping · do damage · do a course · do well · do your duty

Eine nützliche Erweiterung der Regel: Do ist auch das Verb für unspezifizierte Arbeit. „What do you do?“ fragt nach deinem Beruf, und „I have nothing to do“ bezieht sich auf Aktivitäten im Allgemeinen. Wenn das Objekt vage ist oder es sich um eine Aufgabe handelt, ist do fast immer richtig.

Die Grauzonen: Beides möglich – aber mit Bedeutungswandel

Manche Paare scheinen die Regel zu brechen, weil in verwandten Zusammenhängen beide Verben möglich sind. Die Bedeutung ändert sich mit dem Verb:

do a favor = den Gefallen ausführen; make a deal = das Abkommen erschaffen.

do an exam = die Prüfung ablegen; make the grade = das Ergebnis erreichen.

make a copy = eine Kopie produzieren; do a copy = britischer Slang für „eine Kopie anfertigen“.

Bei einem Grauzonen-Paar hilft die Frage: Liegt der Fokus auf dem Produkt oder auf dem Prozess? Produkt → make, Tätigkeit → do. Diese Frage löst die meisten Grenzfälle, ohne dass du Ausnahmenlisten auswendig lernen musst.

Feste Redewendungen: Als Vokabeln lernen

Einige idiomatische Wendungen musst du als feste Einheiten lernen, weil das Nomen weder ein wörtliches Produkt noch eine Tätigkeit ist. Sie kommen im Business-Englisch häufig vor:

make up your mind (sich entscheiden) · make it (es schaffen) · make sense of (verstehen) · make sure (sicherstellen).

do time (im Gefängnis sitzen) · do without (ohne etwas auskommen) · do the talking (das Reden übernehmen).

Behandle diese Wendungen als Wortschatz, nicht als Grammatik: Nimm sie zusammen mit anderen Wortverbindungen in deine Lernliste auf. Im Schreiben und Sprechen signalisiert eine korrekt eingesetzte feste Redewendung flüssiges Englisch weit mehr als eine grammatikalisch korrekte, aber unnatürliche Paarung.

Eselsbrücken: Zwei mentale Abkürzungen

Zwei mentale Abkürzungen machen die Wahl fast automatisch. Erstens der Produkt-Test: Kannst du das Ergebnis in der Hand halten oder in einem Satz auf es zeigen? Wenn ja → make. Zweitens die MAD-MerkhilfeMake für Acts of Discovery (Entscheidungen, Entdeckungen, Kreationen) und do für routinemäßige Aufgaben (duties and tasks). Ein letztes Muster: Das Wort make enthält die Buchstaben a und e – denk an „create a thing“ – während do kurz ist, wie die schnellen Aufgaben, die es beschreibt.

Schnellcheck: Lässt sich das Verb durch „produce“ ersetzen, ohne dass sich die Bedeutung ändert? → make. Lässt es sich durch „perform“ ersetzen? → do.

Praxistipp: Wortverbindungen als Kategorietraining üben

Wortverbindungen lernt man am schnellsten in fokussierten Übungseinheiten. Statt eine lange Liste einmal durchzugehen, trenne make- und do-Wortverbindungen in eigene Sitzungen und teste dich nach dem Muster: decision, mistake, plan (make) – homework, dishes, business (do). Das Abrufen der richtigen Paarung unter leichtem Zeitdruck ist es, was Automatisierung aufbaut.

Führe beim Üben ein persönliches Protokoll: Jedes Mal, wenn du zögerst, schreib dir die ganze Wendung, den Grund (Produkt oder Tätigkeit) und einen eigenen Beispielsatz auf. Ein paar Minuten Review vor dem Schreiben helfen, dass das richtige Verb ohne bewusste Anstrengung auftaucht.

Zusammenfassung

Make erschafft, do führt aus. Wende den Produkt-Test an, um zu entscheiden, lerne die wichtigsten Wortverbindungen im Kontext und behandle feste Redewendungen als Vokabeln. Im Zweifel frag dich: Geht es um ein erschaffenes Ding oder um eine ausgeführte Tätigkeit? – dann wähle das passende Verb und übe, bis die Wahl sofort kommt.

Häufige Fragen zu Make und Do

Heißt es „make homework“ oder „do homework“?

Es heißt do homework. „Hausaufgaben machen“ ist eine Tätigkeit, die ausgeführt wird – das englische Verb dafür ist do. „Make homework“ ist ein typischer Germanismus.

Sagt man „make a decision“ oder „do a decision“?

Immer make a decision. Eine Entscheidung ist ein Ergebnis, das entsteht – genau wie a plan, a choice oder a promise. Das deutsche „eine Entscheidung treffen“ führt oft zu dem falschen „do a decision“.

Warum heißt es „make money“, aber „do business“?

Make money (Geld verdienen): Das Geld „entsteht“ als Ergebnis. Do business (Geschäfte machen): Das Betreiben von Geschäften ist eine Tätigkeit. Produkt vs. Prozess – die Grundregel in Aktion.

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