Discuss About? Verben ohne Präposition
Discuss about existiert im Englischen nicht: discuss bedeutet bereits „über etwas sprechen“, die Präposition steckt schon im Verb – richtig ist discuss the problem. Ähnlich fallen Deutsche bei explain about und beim umgekehrten Fall depend of (korrekt: depend on). Dieser Leitfaden zeigt die Verben, die Präpositionen schlucken, die wait-for-Landminen und die Fälle, in denen die Präposition Pflicht ist: listen to, wait for, refer to.
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Präpositionen sind die Stelle, an der Deutschlernende im Englischen am häufigsten übersetzen statt zu wissen. Das Deutsche klebt an seinen Verben eine ganze collection davon fest – denken an, warten auf, abhängen von, sprechen über – und jede einzelne davon wandert im Kopf des Lernenden mit rüber in den englischen Satz. Das Ergebnis: discuss about, depend of, wait the bus. Die Ironie: Mal ist die mitgebrachte Präposition zu viel, mal ist eine Necessary weggelassen. Die Wahrheit dazwischen ist eine Liste von Eigenheiten, und wer sie einmal besitzt, klingt ab diesem Moment spürbar englischer.
Darf man „discuss about“ sagen?
Nein – und zwar so klar, wie es in der Grammatik nur wenige Verbote gibt. Das Cambridge Dictionary definiert discuss als "to talk about a subject with someone". Lies die Definition noch einmal langsam: Sie enthält das Wort about. Die Präposition ist beim Einzug ins Verb schon mitumgezogen; discuss the problem heißt wörtlich „über das Problem sprechen“. discuss about the problem wäre doppelt gemoppelt, auf Englisch so auffällig wie für uns „Ich denke daran, dass-irgendwas“. Deutsche tun es trotzdem ständig, denn im eigenen System steckt die Präposition sichtbar im Verb-Zwillingspaar: sich unterhalten über, erörtern über (umgangssprachlich), reden über. Wer „besprechen“ als „sprechen über“ ins Englische überträgt, landet unvermeidlich bei discuss about – und verrät sich.
Eine Erlaubnis zum Trost: Beim Substantiv discussion darf about wieder ran – "There was a lot of discussion about the new policy" ist völlig korrekt (of geht ebenfalls: discussion of the results). Die Präposition lebt also weiter, sie ist nur ins Nebenzimmer umgezogen. Ebenso beim Fragewort: "What are we discussing?" funktioniert, "What are we discussing about?" nicht – während "What are we talking about?" der Standardsatz schlechthin ist. Genau an diesem Trio – discuss / talk about / speaking about – siehst du, dass Englisch die Bedeutung „über“ nicht abschafft, sondern nur die Adresse wechselt.
Welche weiteren Verben schlucken die Präposition?
Die discuss-Familie ist größer als ihr Ruf. explain: Deutsch „jemandem etwas erklären“ – zwei Objekte, im Englischen keins davon direkt bei der Person. Richtig ist explain something to someone: "Can you explain this to me?" – nie explain me this und nie explain about. Diese Doppelobjektfalle verdient einen eigenen Beitrag, und sie hat einen: Warum „explain me“ nicht existiert. mention („erwähnen“): "Did she mention my idea?" – kein about, kein to. enter („betreten“): "She entered the room" – kein into; nur im Übertragenen darf into wieder ran, "enter into an agreement/a discussion", also genau dort, wo nichts physisch betreten wird. ask finally: Deutsch „jemanden etwas fragen“ (Akkusativ, keine Präposition) – Englisch ebenso: "I asked him a question". ask for existiert sehr wohl, aber nur mit der Bedeutung „verlangen, um etwas bitten“: "What did you ask for?" = „Was hast du (zum Essen/am Schalter) bestellt/gefordert?“, nicht „Wonach hast du gefragt?“.
Halt, eine falsche Freundin ist complain about – die Präposition bleibt. Wer die Liste aus dem Kopf ableiten will, scheitert genau hier: "They complained about the noise" ist so richtig wie "They discussed the noise". Warum? Die eine Geschichte ist jünger und durchsichtiger (complain kam mit über-Umfeld ins Englische), die andere kommt vom lateinischen discussere, „zerteilen, untersuchen“ – da war das „über“ nie eine Verbcousin, sondern war stets im Vorgang selbst gemeint. Die Sprache fragt nicht nach deiner Logik; sie fragt nach Gebrauch. Also: Diese fünf Verben ohne mitgebrachte Präposition als Set einprägen – discuss, explain, mention, enter, ask – und complain about als Wächter danebenstellen, der dich vor dem Übergeneralisieren schützt.
| Deutsch | Englisch korrekt | Falle |
|---|---|---|
| über ein Problem sprechen | discuss a problem | ~~discuss about~~ |
| mir das erklären | explain that to me | ~~explain me that~~ |
| etwas erwähnen | mention something | ~~mention about~~ |
| den Raum betreten | enter the room | ~~enter into~~ |
| eine Vereinbarung treffen | enter into an agreement | hier MUSS into sein |
| sich über etwas beschweren | complain about something | about bleibt erlaubt |
„abhängig von“: Wann wird aus von ein of – und wann ein on?
Deutsch liebt von: abhängig von, überzeugt von, überzeugt sein von, träumen von, wissen von. Die naivste Übersetzungsstrategie – von → of – funktioniert erstaunlich oft ("the king of France"), aber genau an den Verben und Adjektiven deiner Alltagssprache scheitert sie spektakulär. Der wichtigste Fall: depend on. "It depends on the weather", "whether we come depends on the weather" – niemals depends of. Dazu die Adjektivfamilie: dependent on, independent of/from (hier darf from mit), rely on („sich verlassen auf“). Das Cambridge Dictionary verzeichnet depend on als festes Verb-Präpositions-Muster, und wer die Partikel-Verb-Liste im Präpositionen-Guide zu in, on, at gelesen hat, erkennt das Prinzip: on steht bei Beziehung mit Abhängigkeit, Kontakt, Ausrichtung – von der Waage, die something trägt, bis zur Entscheidung, die etwas „übernimmt“.
daneben die Denkfalle think of / think about: Beide existieren, die Wahl verschiebt die Nuance. think about = eine Weile nachdenken, sich mit etwas beschäftigen ("I’ve been thinking about your offer"); think of = etwas einfallen, sich erinnern, eine Idee haben ("I can’t think of his name"), und in Angeboten: "Would you like to think of it?" klingt nach „dran denken“, nicht nach „wälzen“. Das deutsche „denken an“ (Ich denke an dich = I’m thinking of you) schlägt auf der of-Seite auf, während „denken über“ meistens about wird. Kein Muster, zwei Listenplätze – und der Rest der von-Familie als Mini-Tabelle:
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wait for, wait on, listen to: Die wartende Wahrheit über auf und zu
„Ich warte auf den Bus“ – dieses auf ist eine der fleißigsten Präpositionen des Deutschen: warten auf, sich freuen auf, sich vorbereiten auf, verzichten auf. Im Englischen zerfällt sie in mindestens drei Antworten. Der Standardfall: wait for – "I’m waiting for the bus", "we waited for you for an hour". Einfach weg lassen geht nicht: I wait the bus ist genau so falsch wie das mitgenommene on in I wait on the bus. Letzteres heißt streng genommen „den Bus bedienen“ – wait on ist das Bedien-Personal-Verb: "The staff waited on us all evening" (Kellner, Zimmermädchen, Hostessen). Im amerikanischen Umgangston verschwimmt die Grenze, dort hört man wait on gelegentlich im Sinne von „warten auf“ ("I’ll wait on you", wenn dich der Friseur dran nimmt) – für dich als Lernenden gilt trotzdem die saubere Trennung, weil du mit for in jedem Englisch der Welt richtig liegst.
Dieselbe Unsicherheit herrscht beim Zuhören: Deutsch schmilzt das „to“ in zu-hören ein, sichtbar ist nichts – Englisch stellt es voran: "I like listening to music", "listen to me". Weglassen streng verboten (listen music), nur die Endlos-Form ohne Objekt verträgt kein to: "Listen!", "Are you listening?". Und refer to („verweisen auf, sich beziehen auf“): "The memo refers to the December figures" – wieder eine deutsche „auf“-Baustelle, die englisch auf to landet, plus dieselbe Botschaft wie in Abschnitt 1: kein refer about, kein refer on. Wenn du schon beim Warten und Zuhören stolperst, wird es beim „sich beziehen“ nicht besser – deshalb stehen alle drei Brocken zusammen auf deiner nächsten Karteikarte.
Damit du misstrauisch bleibst: Wo die Präposition Pflicht ist
Ein Beitrag, der nur das Tilgen von Präpositionen feiert, wäre Half Wahrheit. Denn die deutsche Übersetzer-Mechanik funktioniert in beide Richtungen: Wer discuss about lernt, tilgt bald zu viel. Die Gegengruppe gehört genauso dringend auf den Lernzettel – Verben, deren Präposition im Deutschen unsichtbar oder anders ist: search for („suchen“, ohne Präposition gedacht – "I’m searching for my keys", aber I search my keys), look for (dasselbe Bild), laugh at („lachen über“ – "Don’t laugh at me"), believe in („an etwas glauben“), wait in line (AmE) vs. queue (BrE), arrive at/in („ankommen in“ – nie arrive to) und das berüchtigte married to („verheiratet mit“ – to, nicht with!). An married to kannst du messen, wie tief die Übertragung sitzt: Selbst Fortgeschrittene sagen married with, weil Deutsch und Französisch es so naheliegen.
Die ehrliche Bilanz nach beiden Gruppen: Es gibt weder die Regel „Deutsche Präposition wird getilgt“ noch die Regel „sie wird mitgenommen“. Es gibt Verb für Verb eine Entscheidung – und für dich einen Rahmen, in den beide Gruppen passen: das Muster Verb + optionale Präposition + Sache, das du im Beitrag zur englischen Wortstellung schon für die Satzebene bekommen hast. Präpositionen sind dort nicht frei, weil das Verb einsieht, sondern weil es eines hat: discuss + Sache, talk + about + Sache, depend + on + Sache. Wer die Rahmen kennt, muss beim Sprechen nicht übersetzen – er füllt nur noch aus.
Strategie und Selbsttest: Verbrahmen lernen statt Vokabeln stapeln
Das Verfahren in drei Schritten. Schritt eins: Notiere jedes neue Verb ausschließlich im Rahmen – discuss + Sache, wait + for + Sache, refer + to + Sache, depend + on + Sache. Schritt zwei: Bilde dazu je einen Satz aus deinem Leben, denn Rahmen ohne Beispiel verblassen; „We discussed the salary at the end of the meeting“ trägt sich besser als jedes Lehrbuchmuster. Schritt drei: Übe die Kontrastpaare, denn sie trainieren genau die Naht, an der dein Deutsch eingreift – discuss vs. talk about, think of vs. think about, wait for vs. wait on. Zehn Minuten pro Woche, über die nächsten vier Wochen, und die drei häufigsten deutschen Präpositionenfehler sind dauerhaft weg. Der Selbsttest, decke die Antworten ab:
1. Lass uns das später besprechen.
Antwort: Let’s discuss it later. (it direkt, kein about)
2. Womit beschäftigst du dich gerade in der Arbeit?
Antwort: What are you working on at the moment? (work on = arbeiten an)
3. Ob wir kommen, hängt vom Wetter ab.
Antwort: Whether we come depends on the weather.
4. In dem Artikel wird auf eine Studie von 2024 verwiesen.
Antwort: The article refers to a study from 2024.
5. Kannst du mir das erklären?
Antwort: Can you explain that to me? (Sache zuerst, Person mit to)
6. Wir haben zwei Stunden auf den Ersatzbus gewartet.
Antwort: We waited for the replacement bus for two hours.
Wenn du bei zwei oder mehr der sechs Punkte geschwankt hast, sind deine Notizen aus Schritt eins zu dünn – dann ist jetzt der Moment, in dem Üben mehr bringt als Lesen. Wer die Richtung „Präposition im Satzgefüge“ noch einmal von Grund auf braucht, ist mit den Wortstellungsübungen gut bedient, denn die Präposition hängt am Satz, nicht im Vakuum: Ein discuss + Sache nützt wenig, wenn das Objekt am Satzende landet, wo es im Deutschen stehen würde.
Praxis-Tipp: Die Rotstift-Methode
Nimm deinen letzten längeren englischen Text – eine E-Mail, eine Bewerbung, einen Aufsatz – und markiere jedes Verb, hinter dem im Deutschen eine Präposition stünde. Gehe die Markierungen mit diesem Artikel durch: discuss about? Rotstift. depend of? Rotstift. search my keys? Blauer Stift, die Präposition fehlt. Danach hast du zwei eigene Listen, und eigene Listen sind die einzigen, die langfristig greifen, weil sie genau deine Fehler enthalten – nicht die des Lehrbuchs.
Genau diese Diagnose übernimmt der kostenlose Grammatik-Prüfer im Schnelldurchgang: Er meldet discuss about und depends of, wo sie im Text stehen, und erklärt den Fehler auf Deutsch. Am wirksamsten kombinierst du beides: erst selbst Rotstift, dann Prüfer – der Vergleich zeigt dir, welche Fehlerquelle du übersehen hast, und das ist der wertvollste Schritt des ganzen Prozesses.
Zur Vertiefung: Die große Sammlung deutscher Englisch-Irrtümer führt die syntaktischen Zwillinge dieser Fehler auf, und beim Thema Doppelobjekte (explain me this) hilft dir der Artikel zur explain-me-Falle direkt weiter.
| Deutsch | Englisch | Typ |
|---|---|---|
| über etwas sprechen | discuss sth | Präposition im Verb |
| jemandem etwas erklären | explain sth to sby | Sache + to |
| etwas erwähnen | mention sth | direktes Objekt |
| den Raum betreten | enter the room | ohne into |
| eine Vereinbarung treffen | enter into an agreement | übertragen mit into |
| vom Wetter abhängen | depend on the weather | von → on |
| auf den Bus warten | wait for the bus | auf → for |
| Gäste bedienen | wait on guests | bedienen = on |
| Musik hören | listen to music | Pflicht-to |
| sich auf etwas beziehen | refer to sth | auf → to |
| seine Schlüssel suchen | look / search for one’s keys | Pflicht-for |
| über jemanden lachen | laugh at sby | über → at |
Merklogik mit Verfallsdatum: discuss, explain, mention, enter – ohne mitgebrachte Präposition. depend on, wait for, listen to, refer to, search for, laugh at – mit Pflicht-Präposition, aber nie der deutschen. Alles dazwischen ist Liste, keine Logik.
Häufige Fragen
Warum ist „discuss about“ falsch, wenn discuss doch „besprechen über“ heißt?
Weil die Präposition bereits im Verb stecket: Das Cambridge Dictionary definiert discuss als 'to talk about a subject with someone'. Das about von talk about ist also schon in discuss eingearbeitet – wer discuss about sagt, sagt zweimal, was einmal reicht. Dasselbe gilt für mention ('to mention something', nie 'mention about something') und für explain in der Sachebenes: 'explain something', nicht 'explain about something'.
Heißt es „depend of“ oder „depend on“?
Immer depend on – das deutsche „von“ ist hier ein falscher Freund der Struktur. Es hängt vom Wetter ab = It depends on the weather; abhängig von = dependent on; sich verlassen auf = rely on / depend on. Die von-of-Falle trifft fast jede Woche neue Opfer, denn Deutsch signalisiert mit „von“ im Dativ ('abhängig von', 'traum von') eine Beziehung, die Englisch je nach Verb mit on, of oder gar keiner Präposition abbildet.
Was ist der Unterschied zwischen wait for und wait on?
wait for ist das normale Warten auf etwas oder jemanden: 'I'm waiting for the bus', 'We waited for her for an hour'. wait on heißt im Standardenglichen bedienen – Kellner und Personal warten Gäste: 'The staff waited on us hand and foot'. Im amerikanischen Alltagshörbuch Hören beide Formen manchmal deckungsgleich ('I'll wait on you' = ich warte auf dich, im Restaurant), aber für deinen aktiven Sprachgebrauch gilt: für = warten auf, on = bedienen.
Sagt man „listen music“ oder „listen to music“?
listen to music – immer. listen ist im Englischen ein instanzitives Verb ohne Objekt; wer einen Zuhörer-Gegenstand anschließen will, braucht to. Deutsch zeigt das gar nicht an, weil „zuhören“ das „to“ schon eingeschmolzen hat (hör zu!). Der Fehler 'listen music' gehört zu den häufigsten deutschen Dauerfehlern überhaupt. Verwandt: look at, laugh at, refer to – dieselbe Logik, andere Präposition.
Wie lerne ich, welche Verben eine Präposition brauchen?
Als Verbrahmen, nie als Einzelverb: Lerne nicht 'discuss = besprechen', sondern 'discuss + Sache (ohne Präposition)' und daneben 'talk about + Sache', 'wait for + Sache', 'listen to + Sache'. Notiere jeden neuen Verbbrocken so, wie er im Satz auftritt – 'We discussed the offer for two hours' steht komplett auf der Karteikarte. Wer zusätzlich viel liest und hört, verinnerlicht die Frames irgendwann automatisch; bis dahin ist die Kartei schneller als jede Regel, denn Regeln gibt es hier nur ausnahmsweise.
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