Grammatik10. August 2026·10 Min. Lesezeit

Modalverben im Englischen: Can, Must, Should & Co.

Can, must, should, may — Modalverben drücken aus, wie eine Handlung geschieht: möglich, nötig, erlaubt, gewünscht oder wahrscheinlich. Die gute Nachricht: Sie folgen im Englischen einfachen Regeln und haben keine Endungen. Die Stolperfallen für Deutsche liegen woanders — zum Beispiel bei must not vs. don’t have to. Genau die räumen wir hier aus dem Weg.

1You ___ smoke here. It's forbidden.Antwort anzeigen
A) must not
B) don't have to
C) shouldn't
Erklärung: must not bedeutet ein Verbot (nicht dürfen). Don't have to bedeutet dagegen keine Pflicht: You don't have to come = Du musst nicht kommen.
2___ I borrow your pen?Antwort anzeigen
A) Must
B) May
C) Should
Erklärung: May verwendest du für höfliche Fragen und Erlaubnis: May I...? = Darf ich...?
3He ___ be at home. His car is in the driveway.Antwort anzeigen
A) must
B) can
C) may
Erklärung: must drückt auch eine logische Schlussfolgerung aus: Er MUSS zu Hause sein = Es ist fast sicher.
4When I was six, I ___ swim very well.Antwort anzeigen
A) can
B) could
C) may
Erklärung: could ist die Vergangenheit von can für Fähigkeiten: could swim = konnte schwimmen.

Was sind Modalverben?

Modalverben stehen vor dem Infinitiv und verändern dessen Bedeutung. Im Deutschen kennst du sie gut: können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen. Im Englischen gelten drei einfache Regeln:

Keine Endungen: I can / you can / she can (nicht he cans)
Infinitiv ohne to: I must go (nicht I must to go)
Fragen und Verneinung ohne do: Can you help me? / You must not do that.

Die wichtigsten Modalverben im Überblick

ModalverbBedeutungBeispiel
canFähigkeit, MöglichkeitI can speak English.
couldVergangenheit von can, höfliche BitteCould you help me?
mayErlaubnis, MöglichkeitMay I come in?
mightunsichere MöglichkeitIt might rain.
muststarke Verpflichtung, SchlussfolgerungYou must wear a seatbelt.
shouldEmpfehlung, RatschlagYou should rest.
willZukunft, VorhersageI will call you.
wouldhöfliche Bitte, hypothetischWould you like coffee?

Must vs. Have to

Beide bedeuten „müssen“, aber mit einem feinen Unterschied:

must = innere Notwendigkeit oder starke Verpflichtung: I must call my mother.
have to = äußere Pflicht, Regel oder Gesetz: I have to wear a uniform at work.

Wichtig: In der Vergangenheit gibt es kein "musted". Du brauchst dann immer had to: I had to work late yesterday. Und in der Verneinung bekommt have to ein do: You don’t have to worry.

Can, May und Might

Diese drei werden oft verwechselt. Der Unterschied ist der Grad an Sicherheit und Formalität:

can: Fähigkeit oder Möglichkeit — I can swim. / It can be hot in August.
may: Erlaubnis (formell) — May I use your phone? Auch: Möglichkeit — She may be late.
might: unsichere Möglichkeit (50/50 oder weniger) — It might rain later.

Im Alltag sagt man bei Bitten meist can oder could (Could you...?). May klingt sehr höflich und wird bei offiziellen Erlaubnisfragen genutzt (May I come in?).

Verbot vs. keine Pflicht

Der Klassiker, an dem fast alle Deutschen scheitern: must not und don’t have to sind nicht dasselbe.

You must not smoke here. = Du darfst hier nicht rauchen. (Verbot)
You don’t have to come. = Du musst nicht kommen. (keine Pflicht — du darfst aber)

Deutsch hilft hier nicht weiter, weil „nicht müssen“ und „nicht dürfen“ klar getrennt sind. Im Englischen: Verbot = must not, keine Pflicht = don’t have to.

Typische Fehler deutscher Muttersprachler

I must to go.I must go. (Infinitiv ohne to)
He cans swim.He can swim. (Modalverben haben keine Endungen)
I musted work yesterday.I had to work yesterday. (Vergangenheit: had to)
Must I to pay?Do I have to pay? (Fragen mit have to brauchen do)
You mustn’t go. (gemeint: keine Pflicht) → You don’t have to go. (mustn’t = Verbot!)

Übung

Setze das passende Modalverb ein. Schreibe deine Antwort auf, bevor du sie aufdeckst:

1. ___ I open the window? (höfliche Erlaubnisfrage)

Antwort: May / Can / Could I open the window?

2. You ___ eat so much sugar. (Empfehlung)

Antwort: shouldn’t — Ratschlag.

3. When I was five, I ___ read. (Vergangenheit)

Antwort: could read — Vergangenheit von can.

4. Look at the clouds. It ___ rain. (unsicher)

Antwort: might rain — unsichere Möglichkeit.

5. You ___ tell anyone. It’s a secret. (Verbot)

Antwort: must not tell anyone — Verbot.

Häufige Fragen

Was bedeutet 'might have' in der Vergangenheit?

might have + Partizip drückt eine ungewisse Möglichkeit in der Vergangenheit aus: He might have missed the train = Er hat den Zug vielleicht verpasst. Genauso: could have, should have, would have.

Gibt es im Englischen 'wollen' als Modalverb?

Nicht im klassischen Sinne. 'wollen' wird mit want to übersetzt: I want to go home. will drückt Zukunft oder Bereitschaft aus, nicht 'wollen' im Sinne von Wunsch.

Was ist der Unterschied zwischen should und must?

should ist ein Ratschlag, keine Pflicht: You should rest (es wäre gut). must ist eine starke Verpflichtung oder Regel: You must wear a seatbelt. should ist also schwächer und flexibler.

Wann benutze ich 'need to'?

need to ist ein Modal-Äquivalent und heißt 'müssen/brauchen': I need to finish this report. Es funktioniert wie have to und hat normale Formen: I needed to go, I don't need to go.

Zusammenfassung

Englische Modalverben haben keine Endungen und stehen mit dem Infinitiv ohne to. can/could = Fähigkeit, may = Erlaubnis, might = unsichere Möglichkeit, must = starke Verpflichtung, should = Ratschlag. Der wichtigste Unterschied für Deutsche: must not = Verbot, don’t have to = keine Pflicht. In der Vergangenheit heißt es immer had to — nie "musted". Wer diese Regeln beherrscht, spricht sofort deutlich sicherer.

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Quellen & Referenzen

Dieser Leitfaden basiert auf etablierten englischen Grammatik-Ressourcen. Weitere Details finden Sie in den folgenden Quellen.